Lebensverlängerung durch Vitamin D

Lebensverlängerung durch Vitamin D
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Aktuelle Studien lassen Mediziner das »Sonnenschein-Vitamin« D allmählich in einem neuen Licht erscheinen. Die lebensverlängernde Wirkung dieses Vitamins wurde bislang auch von Fachleuten deutlich unterschätzt. Kürzlich veröffentliche das medizinische Fachmagazin Archives of Internal Medicine das Ergebnis einer Studie, die unter Leitung von Prof. Dr. Harald



Dobnig von der Universitätsklinik für Innere Medizin, Graz, durchgeführt wurde. Der Forscher richtete sein Augenmerk auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Blutkonzentration von Vitamin D und der Todesrate. Insgesamt flossen die Daten von 3.258 Patienten aus dem südwestdeutschen Raum in die Studie ein, wobei das Durchschnittalter bei 62 Jahren lag.

Die umfangreiche Forschungsarbeit erstreckte sich über einen Zeitraum von acht Jahren, wobei den Teilnehmern einmal pro Woche Blut abgenommen wurde, um den Vitamin-D-Gehalt zu ermitteln. Die meisten Patienten befanden sich wegen eines Herzleidens in Behandlung. Während der Langzeitstudie verstarben 737 Personen. Als Professor Dobnig die Zahl der Todesfälle mit den jeweiligen Vitamin-D-Levels verglich, gelangte er zu einem aussagekräftigen Ergebnis: Diejenigen Patienten, die bedingt durch ihre Lebensweise mit Vitamin D unterversorgt waren, erwiesen sich als besonders gefährdet. So starben hier 307 Personen. Und diejenigen, welche die höchsten Konzentrationen Vitamin D im Blut aufwiesen, hatten auch die höchste Lebenserwartung. Hier starben nur 103 Personen. Aus wesentlichen Begleitfaktoren wie Alter oder körperliche Aktivität ermittelten die Wissenschaftler die Abhängigkeit von der Vitamin-D-Konzentration. Sie gehen davon aus, dass Todesfälle sich bei Vitamin-D-Unterversorgung mit rund zweifacher Häufigkeit gegenüber der Personengruppe mit hohem D-Level ereignen. Ein ziemlich klares Ergebnis, das frühere Studien bestätigt. Doch was heißt das in der Praxis?

Die Bedeutung von Vitamin D wird zunehmend erkannt. Mangelt es uns an dieser Komponente, setzen wir uns einem erhöhten Risiko aus. Vor allem besteht ganz offenbar ein enger Zusammenhang zwischen Herzleiden und niedrigem Vitamin-D-Level. Unser Körper stellt Vitamin D mit Hilfe von Sonnenlicht her, und natürlich können wir auch Vitamintabletten als Nahrungsergänzung zu uns nehmen. Allerdings raten Experten davon ab, nun zum übertriebenen Pillenkonsumenten zu werden oder sich stundenlang in der Sonne braten zu lassen. Ganz klar, ein Zuviel ist eben auch nicht gesund, die goldene Mitte vielleicht schon sinnvoller. Und kaum jemand, der nicht wüsste, wie gefährlich ein allzu ausgiebiger Sonnengenuss mitunter werden kann – wenn auch erst Jahre später. Doch sollten wir darauf achten, weder mit Sonnenlicht noch mit Vitamin D unterversorgt zu sein. Früher sahen Mediziner jenes Sonnenschein-Vitamin einzig als knochenstärkende Substanz sowie auch als Schutz gegen Rachitis an. Wie Professor Dobnig betont, beginnen wir jetzt erst wirklich wahrzunehmen, dass in diesem Vitamin noch weit mehr verborgen ist.

Dieser Ansicht ist auch der Harvard-Wissenschaftler Dr. Edward Giovannucci, der über 18.000 männliche Patienten auf einen Zusammenhang zwischen hohem Blutdruck, Herzanfällen und geringer Vitamin-D-Zufuhr untersucht hat – mit sehr ähnlichen Ergebnissen wie Prof. Dobnig. Jedoch sind es nicht nur Herzkreislauf-Erkrankungen, sondern auch verschiedene Krebsformen, die mit einem zu niedrigen Level an Vitamin D in Verbindung gebracht werden. Und immerhin rechnen mindestens 50 Prozent der älteren Erwachsenen, aber doch auch nicht wenige jüngere Menschen zu jener Personengruppe mit Vitamin-D-Mangel.

Manche Ärzte glauben, eine übertriebene Anwendung von Sonnencremes sei für diese Tendenz mitverantwortlich. Niemand wird sich freilich ungeschützt länger in die Sonne legen wollen, doch wer sich ihrer UV-Strahlung in mittleren Breiten zur Sommerzeit zwischen zehn Uhr vormittags und drei Uhr nachmittags täglich nur für fünf bis fünfzehn Minuten aussetzt, macht den Aussagen einiger Mediziner nichts falsch und sorgt lediglich dafür, dass die Vitamin-D-Produktion steigt.

Natürlich müssen auch hier die unterschiedlichen Hauttypen berücksichtigt werden, eben genau wie beim Solariumsbesuch. Alter, Luftverschmutzung, allgemein verringerte Aktivitäten außerhalb geschlossener Räume, Hautveränderungen mit Verlust der Fähigkeit, Vitamin D durch Einwirkung von UV-Licht zu produzieren, all diese Faktoren wurden als Gründe dafür genannt, warum der Vitamin-D-Mangel machtvoll um sich greift. Hilfreich soll angereicherte Milch sein, die für gewöhnlich 100 I.E. an Vitamin D pro Tasse enthält, ebenso fetthaltiger Fisch. 100 Gramm Dosen-Thunfisch enthalten 200 Einheiten Vitamin D. Allerdings glauben einige Ärzte nicht, dass diese Mengen ausreichen, um den Körper effektiv zu versorgen, und empfehlen daher noch weitere Ergänzungen. Einigkeit herrscht also auch in dieser Frage noch lange nicht, doch grundsätzlich belegen nun zwei aktuelle Studien die ganz wesentliche Bedeutung von Vitamin D für unsere Gesundheit, so dass wir unser Augenmerk zunehmend darauf richten sollten, hier die Versorgung auch wirklich sicherzustellen.

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