Erleuchtende Augenblicke mit Zen

Erleuchtende Augenblicke mit Zen
WikiNomads

Eine Ecke dieser Welt erhellen: Erleuchtende Augenblicke mit dem großen Zen-Meister Shunryu Suzuki. Shunryu Suzuki Roshi besaß die außergewöhnliche Gabe, traditionelle Zen-Lehren in der Sprache des Alltags zu vermitteln, das wissen die zahlreichen Leser seiner Bücher.

Wie aber war es, mit Shunryu Suzuki Zen zu praktizieren? Das zeigen die in diesem Buch gesammelten Augenblicke aus den Begegnungen und Gesprächen von Lehrer und Schülern, in denen sich die ganze Tiefe der Zen-Erfahrung kristallisiert. Die scharfsichtige, provozierende und humorvolle Weisheit eines großen Lebenslehrers kommt so auf unnachahmliche Weise zum Ausdruck.

Buch jetzt kaufen
Shunryu Suzuki wurde 1905 als Sohn eines Soto-Zenmeisters geboren. Schon als Junge begann er seine Zen-Ausbildung unter Gyokujun, einem berühmten Soto-Meister und Schüler von Suzukis Vater. Als er etwa 30 Jahre war, erhielt er selbst das Siegel des Lehrens und wurde als Meister bestätigt. Eine Reihe von Zen-Tempeln wurde ihm unterstellt. Das Wesen des Zen ist gewaltlos. So wurde Suzuki während des Zweiten Weltkrieges der Anführer einer pazifistischen Bewegung in Japan. 1958 wurde er eingeladen, nach San Francisco zu kommen, um die dortige japanische Sekte zu betreuen. Obwohl er sich nur ein oder zwei Jahre aufhalten wollte, beschloß er zu bleiben. Er nannte den amerikanischen Geist "Anfänger-Geist", aufgrund der vorgefundenen Offenheit gegenüber dem Zen, die Hand in Hand ging mit einem Mangel an vorgefaßten Meinungen und dem Vertrauen, das die Amerikaner ihm entgegenbrachten, daß Zen ihr Leben entscheidend bereichern könnte.

Bald nach seiner Ankunft scharte sich eine Gruppe von Amerikanern um ihn. Das Zen-Zentrum von San Francisco wurde eingerichtet, in dem etwa sechzig Schüler lebten und das noch zahlreiche mehr täglich besuchen konnten. Dann wurde das Zen Mountain Center in Tassajara Springs errichtet, das erste Zen-Kloster außerhalb Asiens. Einige seiner Darlegungen zur Einführung in die Zen-Praxis finden sich in seinem Buch "Zen-Geist - Anfänger Geist". Shunryu Suzuki starb 1971.

Nachdem der japanische Zen-Meister Shunryu Suzuki in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts nach San Franzisko kam und dort ein Kloster gründete, gefiel seinen amerikanischen Jüngern die Idee, seine Anweisungen und Erklärungen schriftlich für die Ewigkeit aufzubewahren. Zen-Meister schreiben gewöhnlich keine Bücher über Zen, weil sie wissen, wie absurd das ist. Aber Suzuki verstand andererseits, dass er der völlig anderen Kultur, in der er nun wirkte, Rechnung tragen musste. Deshalb sollten wir dieses zwar von Suzuki autorisierte, aber nicht von ihm geschriebene Buch anders aufnehmen als wir das von Büchern gewohnt sind. Es ist keine theoretische Abhandlung über Zen oder den Buddhismus im Allgemeinen. Es sind nur die zu Papier gebrachten Unterweisungen und Erklärungen eines Zen-Meisters für seine Schüler.

Buch jetzt kaufen
Vor dem dritten Teil des Buches steht der einfache Satz: "Wahres Verstehen ist die wirkliche Praxis selbst." Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Doch wenn wir einen solchen Satz lesen, werden wir uns bemühen ihn zu verstehen. Das werden wir mit all den Weisheiten, die in diesem kostbaren Buch enthalten sind, versuchen. Aber wie wir uns auch anstrengen, es wird uns in letzter Konsequenz nicht gelingen. Denn alle Aussagen entziehen sich in Wirklichkeit einem intellektuellen Verständnis. Wir werden sie nur verstehen, wenn wir diszipliniert üben, wenn wir sitzen und uns ohne uns anzustrengen auf unseren Atem konzentrieren. Und das täglich und immer wieder. Alles andere kommt von selbst, wenn wir dies nicht selbstbezogen machen.

Suzuki spricht: "Wenn ihr diese einfache Praxis jeden Tag fortsetzt, werdet ihr eine wunderbare Kraft bekommen. Bevor ihr sie erlangt habt, ist sie etwas Wunderbares, aber nachdem ihr sie erlangt habt, ist sie nichts Besonderes mehr." Und: "Wenn ihr ihr selbst werdet, wird Zen zu Zen.

Zen-Buddhismus oder Zen ist eine in China ab dem 5. Jahrhundert nach Christus entstandene Linie des Mahayana-Buddhismus, die wesentlich vom Daoismus beeinflusst wurde. Der chinesische Name 禅 (Chan) stammt von dem Sanskritwort Dhyana, (ध्यान) das in das Chinesische als (Chan'na) übertragen wurde. Dhyana bedeutet frei übersetzt soviel wie „Versenkung“. Ab dem 12. Jahrhundert gelangte Zen auch nach Japan und erhielt dort eine neue Ausprägung, die dann in der Neuzeit auch in den Westen gelangte. Die verwendeten Begriffe zum Zen stammen daher meistens aus dem Japanischen. Darüber hinaus gibt es auch noch eine koreanische (Seon, Hangeul) und vietnamesische (Thiền) Tradition.

Zen läßt sich durch diskursive Begriffserläuterungen nicht zufriedenstellend fassen, da es sich ausschließlich durch individuelle Einsicht erschließt. Der Versuch einer enzyklopädischen Definition stößt damit an eine prinzipielle Grenze.

Eine Frau fragte: „Was ist Zen?“ Ein alter chinesischer Meister antwortete: „Das Herz des Fragenden ist Zen.“ (Zen-Koan)

Allgemein läßt sich sagen, daß Zen eine Einsicht jenseits der Vernunft bezeichnet, die mit der jeweils persönlichen Lebensweise und -haltung eines Menschen eng verbunden ist. Die Wurzeln des Zen liegen zwar im Buddhismus, doch ist es nach Meinung vieler Zen-Meister nicht an eine bestimmte Religion oder Weltanschauung gebunden. Der Kern des Zen übersteigt – wie es mystischen Bewegungen eigen ist – alle religiösen und philosophischen Systeme.

Buch jetzt kaufen
Jeder Mensch kennt „Zen-Momente“. Es sind Augenblicke wie etwa die völlige Versenkung in eine spannende Tätigkeit, das Aufgehen in einer Menschenmasse (z.B. in einer Festgemeinschaft) oder das gänzliche Aufgesogensein durch eine Wahrnehmung (z.B. während des Hörens von Musik). Die westliche Psychologie spricht vom Flow-Erlebnis, doch fehlt in diesem Konzept noch das Moment der aufmerksamen (Selbst-)Beobachtung.

Zen kann man als „Ewigkeit des Augenblicks“ verstehen: In der Konzentration des Meditierenden verlieren die Konstruktionen von Vergangenheit und Zukunft ihren Einfluß auf den Geist. In dieser Zeitlosigkeit gibt es kein „Ich“ mehr. Zen ist Nicht-(ich)-Sein. Die Aufmerksamkeit wird gänzlich auf den Augenblick fokussiert, in dem das Bewußtsein „aufgeht“.

Schwierigen Situationen

Solange Ihr es noch nicht erfahren habt, in schwierigen Situationen zu sitzen, solange seid ihr noch keine Zen-Schüler. Keine andere Tätigkeit wird euer Leiden besänftigen. In anderen ruhelosen Haltungen habt Ihr keine Kraft, eure Schwierigkeiten zu akzeptieren. Nur in der Zazen-Haltung, die ihr in langer, harter Praxis euch angeeignet habt, hat euer Geist und euer Körper so große Kraft, die Dinge anzunehmen, wie sie sind, ganz gleich ob sie angenehm oder unangenehm sind.©Shunryu Suzuki

Unsere Vergangenheit kennen

Um etwas Neues zu tun, müssen wir natürlich unsere Vergangenheit kennen, und das ist recht so. Aber wir sollten nicht an irgendetwas, das wir getan haben, festhalten: wir sollten nur darüber nachdenken. Und wir sollten auch eine gewisse Vorstellung davon haben, was wir in Zukunft zu tun haben. Doch Zukunft ist Zukunft, und Vergangenheit ist Vergangenheit; jetzt sollten wir an etwas Neuem arbeiten. Das ist unsere Haltung, und so sollten wir in dieser Welt leben.©Shunryu Suzuki




https://www.paypal.com/cgi-bin/webscr?cmd=_s-xclick&hosted_button_id=JF6JXN8Q3JAX8