Die japanische Teezeremonie vermittelt inspirierende Stille und Klarheit

Die japanische Teezeremonie vermittelt inspirierende Stille und Klarheit
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Die japanische Teezeremonie (jap. 茶道, chadō oder sadō) auch bekannt als Teeweg und Teeritual, ist eine spiritueller meditative Kunst. Ziel ist es, sich durch Gelassenheit und Wärme des Herzens und sich sebst zurück zu finden.

Teezeremonie 茶道
Chadô »der Weg des Tees« ist seit Jahrhunderten ein unverzichtbares Stück kultivierter japanischer Lebensart.

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Geschichte der japanischen Teezeremonie

Unter der Herrschaft des Kronprinzen und Regenten Shōtoku (574-622) reisten angeblich viele Japaner nach Korea und China, um sich über die Lehren des Buddhismus zu informieren und diese zu studieren. So brachten sie angeblich auch den Grünen Tee aus diesen Ländern mit, so soll in Japan der erste Grüne Tee, während der Nara-Zeit (710-794), von buddhistischen Mönchen als Medizin in den Klöstern getrunken wurde.Tee ist noch heute eine wichtige Medizin für Körper und Seele.

Murata Juko, 1422-1502, so sagt man, wurde der erste Teemeister und erhob die Zeremonie zum Schulungsweg des Zen-Buddhismus. Unter den Teemeister Sen no Rikyu, ( jap. 千 利休 ) 1521-1591, erlangte die japanische Teezeremonie ihre Vollendung und ihre Blütezeit des Matcha. Während sie Zeremonie an den Adelshäusern immer prunkvoller wurde, brachtet Sen no Rikyu wieder mehr Schlichtheit und Innerlichkeit hinein.

Sinn der Teezeremonie

Die Grundprinzipien der Teezeremonie stehen für Harmonie, Hochachtung, Reinheit und Stille. Wesentlich bei der Zubereitung des Tees und dem Ausüben der Teezeremonie ist die innere Empfindung und die Harmonie der Bewegungen.

Die vier Grundprinzipien der Teezeremonie

Sen no Rikyū legte für den Chadô vier Prinzipien fest: Wa (Harmonie), Kei (Hochachtung), Sei (Reinheit) und Jaku (Ruhe).
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  • Harmonie ( Wa): Während der Chanoyu herrscht ein harmonisches Gefühl zwischen Gast und Gastgeber. Die angerichteten Speisen und verwendeten Teeutensilien sind harmonisch aufeinander abgestimmt, der wechselnde Rhythmus der Jahreszeiten und die Empfindung des Menschen mit sich und der Natur durchdringen den Teeweg. Diese Harmonie führt zu einem Einklang mit der Natur und dem Verständnis der Vergänglichkeit allen Seins.
  • Hochachtung ( Kei): Ehrfurcht und Respekt zwischen den Menschen und allen Dingen, das aus einem natürlichen Dankbarkeitsgefühl heraus entsteht. Respekt gilt nicht nur den Menschen, sondern auch der sorgfältigen Handhabung der Teegeräte. Rücksichtnahme der Gäste untereinander und die Gastfreundlichkeit des Gastgebers erleichtern auch Laien den Zugang zum Sadō.
  • Reinheit ( Sei): Die Reinheit, Sauberkeit und Ordnung der Dinge und des Herzens. Bevor die Gäste den Teeraum betreten, reinigt der Teemeister die Teeutensilien wobei seine Aufmerksamkeit ausschließlich dem Akt des Reinigens gilt und vor allem um eine innere, eine spirituelle Reinigung des Herz und Geistes. Die Gäste waschen sich vor dem Chanoyu die Hände und spülen den Mund an einem niedrigen Steinwasserbecken, das sich vor dem Teehaus befindet, um sich vom „Staub des Alltags“ zu befreien.
  • Stille ( Jaku): Hierbei ist aber nicht nur das Fehlen äußerer Geräusche gemeint, sondern die innere Einkehr und deren Ausstrahlung in die Gemeinschaft. Achtsamkeit und Gelassenheit entstehen durch die kontinuierliche Ausübung von Wa, Kei und Sei. 
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Das Teehaus und der Ablauf der Zeremonie

Besonders charakteristisch für den Teeweg ist das dichte Geflecht aus Regeln, die der Schüler zu befolgen hat. Wer sich jedoch eingeengt fühlt, wenn er dem Ritual folgt, der beherrscht es noch nicht richtig. Erst dann, wenn man alle Regeln vollständig verinnerlicht hat, gelingt es, dem vorgeschriebenen Ablauf keinen eigenen Willen mehr entgegenzusetzen. Wenn man dann ganz natürlich ausatmet, und die Luft wie von selbst wieder einströmt, kann man sich von allen unnötigen Gedanken trennen. So selbstverständlich wie der Atem fließt, fließen auch die Bewegungen. An diesem Punkt gibt es keine Regeln mehr, die man einhalten muss, das gesamte Bewusstsein, unser Körper, unsere Bewegungen werden zu dem Ritual, das sich nun von selbst vollzieht, und wir fühlen einen Strom von Freiheit.

Der Teeweg erhebt eine alltägliche Handlung, in den Rang einer Kunstform, bei der es letztlich darum geht, gemeinsam zu einer tiefen Ruhe des Geistes zu gelangen. Im Teeweg verbindet sich der Geist des Zen-Buddhismus, mit einer von konfuzianischer Ethik geprägten Gastfreundschaft und hochentwickeltem Kunstverstand.

Hierbei werden einem oder mehreren Gästen von einem Gastgeber Tee und leichte Speisen gereicht. Um dem Gast die Möglichkeit zur inneren Einkehr zu bieten, findet die Zusammenkunft in einem bewusst schlicht eingerichteten Teehaus statt. Das ideale Teehaus (Sukiya) befindet sich in einem Tee-Garten. Der Weg zum Teehaus ist mit Wartebänken versehen und ein Wasserstein dient dazu, dass sich die Gäste vor Eintritt in das Teehaus die Hände reinigen und den Mund ausspülen. Die Teezeremonie beginnt im Warteraum (Yoritsuki). Dieser Raum kniet man sich am Boden. Es ist oft klein und niedrig und ohne Möbel und ist ausgelegt mit Strohmatten (Tatami). In einer Vertiefung im Boden befindet sich eine Feuerstelle mit Holzkohle, über der ein gusseiserner Kessel hängt. Dazu gehören die kostbaren Keramik Teeschalen (Chawan), die Teedose (Chaire), der Chasen (Bambusbesen) um den Pulvertee zu verrühren sowie der Bambus Schöpflöffel (Hisaku).

Ein Teemeister (chajin) hat die gabe, das Wohl der anderen zu fördern, seinen Mitmenschen mit Hochachtung und Achtsamkeit zu begegnen, und der sich in seiner eigenen Lebensführung der Schlichtheit und Genügsamkeit ausübt.

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Die Teezeremonie der Samurai- Bukecha 武家茶道

In den Kreisen des Schwertadels entstanden, versteht sich die von Ueda Sôko begründete Tradition als „Teezeremonie der Samurai“ (bukecha). Dass in den bürgerkriegsähnlichen Wirren bis zum Beginn der Edô-Zeit vor allem die Samurai wieder und wieder mit dem Tode konfrontiert waren, hat diesem Teeweg seine besondere Form gegeben: Jeden Augenblick des Lebens den eigenen Tod vor Augen zu haben und doch jeden Moment bewusst zu erleben und in Gelassenheit auszuschöpfen. Gerade darin berührt sich der bukecha mit dem Zen-Buddhismus, zu dem sich die Samurai seit jeher hingezogen fühlten, weil die fortwährenden Einübung in ein spirituelles Sterben (za-zen) ihnen dazu verholfen hat, von ihrem ich mit seinen Hoffnungen und Ängsten abzusehen und sich rückhaltlos dem gegenwärtigen Tun zu überlassen. Diese Einstellung hat sich im bukecha auch dann noch erhalten, als es unter dem Shôgunat der Tokugawa für nahezu 300 Jahre keine Kriege und Kämpfe mehr gegeben hat.

Herz der Japanischen Kultur

Zum Teeweg gehören neben der Zubereitung von Tee auch die unterschiedlichsten Künste wie Gartenkunst, Kalligrafiekunst, das Blumenstecken (Chabana) sowie die kunstvolle Zubereitung von Speisen. Die Keramik und die Baukunst Japans verdanken der Teezeremonie wesentliche Impulse.





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