神道 Shintoismus: Der Ursprüngliche Geist Japans

神道 Shintoismus: Der Ursprüngliche Geist Japans
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Shintō (jap. 神道 „Weg der Götter“)..(shin-Gott, to-Weg, Lehre) auch als Shintoismus bezeichnet gilt (verschiedene geistige Strömungen) neben dem Buddhismus als die ursprüngliche, wahrscheinlich bereits Jahrtausende bestehende Philosophie Japans.

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Strenge Normen (Pflichterfüllung, Ehrlichkeit und Selbstbeherrschung) bestimmen noch heute Wertvorstellungen und Verhaltensstrukturen der japanischen Gesellschaft.

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Ursprung und Entstehung

Die Wurzeln des Shintō liegen wohl in einer agrarischen Naturphilosophie, die sich vor allem auf die Verehrung von Naturerscheinungen aber auch auf Nahrungsgottheiten bezog. Der Shintoismus enthält die Philosophische Vorstellungen Japans, die vor allem durch Ackerbauern, Jäger und Fischer geprägt waren.

Im Lauf der Zeit wurde daraus ein System, das um konfuzianische Grundsätze und Spekulationen über den Urgrund des Seins erweitert wurde. Ein theologisches System wurde nicht geschaffen. Es existiert auch keine von Gott offenbarte heilige Schrift wie die Sutras oder die Bibel.


 Kami

Das Wort „Kami“ bedeutet „Verehrungswürdige“. Die Seelen der Verstorbenen im Rahmen des Ahnenkultes werden zu Kami und eine Vielzahl göttlicher Wesen wie Naturkräfte die außergewöhnlich und geheimnisvoll waren. Ahnengeister und alle sonstigen unerklärbaren Mysterien auf dieser Welt denen eine besondere Kraft, Vitalität und Vehemenz zugesprochen wird. Sie werden nach ihrem Tode eingeschreint und in diesem Schrein verehrt. Oftmals an mehreren, weit entfernten Orten gleichzeitig, so befindet sich der Geist des Meiji-Tenno in einem Schrein in Maruyama auf Hokkaido und in einem Schrein in Tokyo, dem Meiji-Jingu.

Die Kami des Shintō können sowohl gute als auch böse Geister sein. Aber es gibt keine durch und durch bösen Dämonen, selbst menschenerträkende Wasserkami wie die Kappa sind auch manchmal den Menschen zu Diensten. Die Oni genannten bösen Dämonen sind meist unsichtbar, jedoch werden sie, wenn sie dargestellt werden, meist als Riesen verschiedener Farbe mit Hörnern oder ähnliches gezeigt. Diese Wesen stellen demnach einen unausweichlichen Zusammenhang zwischen allem Menschlichen und irdischen Bedürfnissen her und das Wohlbefinden förderte.

An erster Stelle Verehrungswürdige steht die Sonnengöttin Amaterasu. Sie ist aus der materiellen Sonne zu einem Geist, zur Ahnmutter der menschlichen Kaiser geworden und steht im Mittelpunkt des japanischen Nationalkults. In einigen Gegenden Japans auch der Reisgott Inari.

Die Sonnenscheibe ist auch auf der Nationalflagge zu sehen. Auch die Bezeichnung vom „Land der aufgehenden Sonne“ kann darauf zurückgeführt werden. Jeder neue Kaiser findet sich bei ihrem Hauptheiligtum zum Antrittsbesuch ein, um sich persönlich vorzustellen.

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Japanischen Kaiser

Im Jahr 1868 wurde die feudale Herrschaft der Tokugawa-Shōgune beendet und an ihrer Stelle wurde ein moderner Nationalstaat mit dem Tennō als oberste Instanz instaliert.

In einem Kommentar zur geschriebenen Konstitution von 1889 heißt es: "Der heilige Thron wurde errichtet, als Himmel und Erde sich trennten. Der Kaiser entstammt dem Himmel und ist göttlich." Das sakrale Königtum ist, trotz seiner Abschaffung durch die Amerikaner im Jahre 1945, im Volk immer noch tief verankert. Am Neujahrstag 1946 erklärte Kaiser Hirohito in einer Verlautbarung vor dem Parlament die bisherigen Philosophie Staatsdogmen als Mythen. Damit wurde der Staat säkularisiert und der Shintoismus wurde zur Privat glauben.

Der Glaube an die Besonderheit Japans fand unter anderem in der vom Tenno befohlenen Abschließung Japans von der Welt (1639-1854) seinen Ausdruck. Ausländer durften Japan nicht betreten, Japaner das Land nicht verlassen. Ausnahmen gab es nur mit höchster Genehmigung. Diese Epoche war ein prägendes Ereignis japanischer Mentalität. 30 Millionen Menschen mussten 10 Generationen lang eng zusammengedrängt leben auf einer Nutzfläche, die bei normalen Ernten gerade ausreichte, alle zu ernähren. Trotz dieser prekären Lage brachten es die Japaner zustande, mehr als 200 Jahre lang erstaunlich friedfertig miteinander zu leben. Dies wäre wahrscheinlich nicht möglich gewesen, hätten die Menschen nicht gleichzeitig dafür gesorgt, dass die sozialen Konflikte, die in jeder Gesellschaft existieren, auf eine einfache Weise entschärft worden wären: Es gab kein extremes Gefälle zwischen Armen und Reichen.

Heute ist Japan eine Parlamentarische Monarchie und die Funktion des Kaisers sozusagen als Quasi Staatsoberhaupt hat lediglich symbolischen Charakter. Sie dient im Wesentlichen zeremoniellen Zwecken, wie zum Beispiel der Ernennung des Premierministers, des obersten Gerichtspräsidenten, der Einberufung des Parlaments und einiger weiteren offiziellen Aufgaben.

Shintoismus und Buddhismus

Der im 6. und 7. Jahrhundert neu eingeführte Buddhismus stieß zwar anfangs im Rahmen der einheimischen Götterverehrung auf Widerstand, fand aber rasch Wege, die kami in sein Weltbild zu integrieren und beeinflusste unter anderem die Bauwerke und später auch die Ikonografie der kami Verehrung. Während der meisten Epochen der bekannten japanischen Philosophiegeschichte herrschte, daher zwischen Buddhismus und Shintō keine klare Trennung. Vor allem innerhalb der einflussreichen buddhistischen Richtungen Tendai und Shingon wurden Shintō Gottheiten als Inkarnationen oder Manifestationen von Buddhas und Bodhisattvas aufgefasst. (Nach höchster Erkenntnis strebende Wesen, die auf dem Wege der Tugendvollkommenheit die Buddhaschaft anstreben).

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Schreine

Die Kami werden meist in Schreinen (sogenannten Jinja) oder zahlreiche Brunnen, Quellen, Berggipfel kultisch verehrt. Diese können große Gebäude sein oder auch nur kleine Häuschen von der Größe einer Hundehütte. Schreine zeichnen sich dadurch aus, daß man sie durch ein Torii betritt und dadurch, daß sie von 2 Löwenskulpturen bewacht werden. Das Durchschreiten dieses Tores ist ein Reinigungsritual. Ein weiteres Reinigungszeremoniell ist das Waschen der Hände und des Mundes an einem der Schreinbrunnen.

Die meisten Shintō-Schreine hatten übrigens keine eigenen Shintō-Priester, sondern wurden von buddhistischen Mönchen oder von Laien betreut. Nur die ganz großen shintōistischen Institutionen, allen voran der Ise Schrein waren in den Händen von erblichen Priester Dynastien, die die ursprünglich dem kaiserlichen Hof, später aber ebenso einem buddhistischen Tempel unterstellt wurden. Sie waren Wächter der oft sehr schönen Shinto Schreine, die meist in gepflegten, eingezäunten Hainen liegen. An den Festen werden Opfergaben dargebracht, die meist aus Obst, Gemüse und Reisbranntwein bestehen. Einzelne Abkömmlinge dieser Priester Dynastien befassten sich mit der Idee, die kami unabhängig vom Buddhismus zu verehren und schufen damit die Grundlagen des modernen Shintō.

Für die Geburt ist im Gegensatz zum Tod der Shintoismus besonderst zuständig. Neugeborene werden am 31. oder 32. Tag ihres Lebens zu Mitgliedern des Schutzschreines ihrer Eltern gemacht, indem Mutter, Kind und meist noch andere Familienmitglieder den Schrein besuchen. 100 Tage nach der Geburt heißt der Priester in einer Zeremonie das Kind willkommen: Er wedelt mit einem Zweig des heiligen "sakaki"Baumes oder einem "gohei", einem Stab mit Papierstreifen, über den Kopf den Kindes, um es zu reinigen.

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Torii

Torii sind entweder aus Holz oder Stein, meist hat jeder Schrein ein einziges Torii, durch das man sich ihm nähert. Andere erreicht man durch eine ganze Allee von Toren. Torii können bemahlt oder beschriftet sein.

Das Shintō-Tor symbolisiert
den Weg in das Leben und
den Weg aus dem Leben.

Noch heute hat der Shintoismus einen festen Platz in der japanischen Gesellschaft. Bei fast allen öffentlichen Veranstaltungen werden entsprechende Zeremonien durchgeführt.

Der Shintoismus vertritt einen Weltentstehungsmythos, und jeder, der sich zu diesem Mythos bekennt ist ein Shintoist.



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